Berdorf / Luxemburg

Gestern ging’s zum ersten Mal nach Berdorf in Luxemburg. Vermutet haben wir ein paar beschauliche kleine Felsen in Waldidylle, abgeschieden, menschenleer, Geheimtipp. Doch bereits der überfüllte Parkplatz liess Gegenteiliges erahnen, und tatsächlich: das bunte Treiben am Fels glich mehr einem Volksfest als besinnlicher Auseinandersetzung mit der Natur. Es war laut, voll und hektisch.

Mal abgesehen von dem ganzen Trubel ist der Wald um Berdorf jedoch eine wunderschöne und äusserst vielseitige Kletterregion.

Auf einem Gebiet von schätzungsweise einem halben Quadratkilometer finden sich eine Fülle unterschiedlichster Routen, und sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene dürften vom Abwechslungsreichtum begeistert sein: der Schwierigkeitsgrad reicht von 3a bis 8a+ bei Wandhöhen von bis zu 25m. Die Routen sind entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad ausgebaut; in den unteren Schwierigkeitsgraden befinden sich noch durchgehend Haken im Abstand von beschämenden 1.2-1.5m, ab ca. 5c wird’s dann mit 2-3m etwas anspruchsvoller.

Literatur
Das Taschenbuch “Climbing in Berdorf” enthält exzellente Topos, Tourenbeschreibungen, Bilder und Hintergrundinformationen und ist angeblich an den örtlichen Campingplätzen für €15,- erhältlich. Wir haben leider erst vor Ort davon erfahren, und bei unserer Abreise hatten die Campingplätze bereits geschlossen. Sobald wir in den Besitz dieser Publikation gekommen sind, wird eine ausführliche Rezension nachgereicht. Natürlich hatte ich auch hier den Fotoapparat vergessen, Bilder gibt’s dann ebenfalls erst beim nächsten Mal.

Permis d’escalade
Zu beachten ist, dass für jeden Kletterer eine Klettergenehmigung beim zuständigen Umweltministerium beantragt werden muss; damit will Luxemburg den übermässigen Zulauf kontrollieren. Hier gibt es das Antragsformular, alternativ lässt sich der “permis d’escalade” auch über die folgenden Quellen beziehen:

Es erscheint beinahe unnötig zu erwähnen, aber sowohl das luxemburgische Umweltministerium als auch die lokal ansässigen Kletterer legen großen Wert auf die Verbreitung folgender Information: die Felsen befinden sich in einem Naturschutzgebiet, es gibt also keine vernünftige Ausrede, abseits der gut gekennzeichneten Routen zu klettern. Es ist sowieso selbstverständlich, dass wir unseren Müll wieder mitnehmen und uns auch sonst im Wald wie Gäste verhalten, die der einheimischen Fauna und Flora keine Umstände bereiten wollen.

Fazit
Abschliessend lässt sich sagen, dass wir sicher nicht zum letzten Mal in diesem traumhaften Klettergebiet waren. Die Routen sind abwechslungsreich, die schattigen Schluchten und die vielen Bäume bieten guten Schutz vor der Sonne, und wir sind keiner einzigen Zecke begegnet. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, dann aber wahrscheinlich unter der Woche, um dem unglaublichen Besucherstrom am Wochenende zu entgehen.

Links

Anfahrt
Auf einer der zahlreichen Autobahnen nach Trier, dann auf der N10 Richtung Echternach und weiter nach Berdorf, dort der Beschilderung folgen. Bei der Gabelung auf dem asphaltierten Feldweg die Abzweigung nach links wählen, nach 200m parken.


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